Einbürgerungstest nicht bestanden: Was jetzt zu tun ist

Wer weniger als 17 der 33 Fragen richtig hat, kann den Einbürgerungstest wiederholen. Sie melden sich dafür einfach erneut bei einer Prüfstelle an und zahlen die Teilnahmegebühr von 25 Euro noch einmal. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nennt keine Obergrenze für die Zahl der Versuche, und ein nicht bestandener Test macht Ihren Einbürgerungsantrag nicht ungültig: er liefert nur den geforderten Nachweis noch nicht.

Die drei Schritte, in dieser Reihenfolge

1. Sehen Sie sich Ihr Ergebnis genau an. Sie bekommen vom BAMF eine Bescheinigung über Ihr persönliches Testergebnis. Der Abstand zur Bestehensgrenze sagt Ihnen, wie viel Arbeit vor Ihnen liegt. Wer 15 richtig hatte, braucht zwei zusätzliche sichere Fragen und keinen neuen Lernplan. Wer bei 8 lag, sollte den Katalog systematisch durcharbeiten statt punktuell nachzubessern.

2. Melden Sie sich bei Ihrer Einbürgerungsbehörde. Wenn Ihr Antrag bereits läuft, hat die Behörde möglicherweise eine Frist für den Nachweis notiert. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail mit der Info, dass Sie den Test wiederholen, verhindert Rückfragen und Missverständnisse. Wir können Ihnen nicht sagen, welche Fristen bei Ihnen gelten, das weiß nur Ihre Behörde.

3. Buchen Sie den Termin erst, wenn Sie einen Lernplan haben. Prüfstellen sind zum Beispiel Volkshochschulen und andere Träger von Integrationskursen. Wie schnell der nächste Termin frei ist, ist regional sehr unterschiedlich: von wenigen Wochen bis zu deutlich länger. Fragen Sie mehrere Prüfstellen in Ihrer Nähe, das spart oft Wochen.

Warum Menschen durchfallen (und was dagegen hilft)

Der Katalog wurde nicht zu Ende gelesen. Der Test zieht 30 Fragen aus 300. Wer nur die ersten 100 kennt, hat statistisch zwei Drittel der Fragen nie gesehen. Der Fragenkatalog enthält alle 460 Fragen, und die zehn Blöcke von Block 1 bis Block 10 teilen die allgemeinen Fragen in Portionen zu je 30 auf. Genau die Menge, die auch im echten Test aus diesem Bereich kommt.

Die Landesfragen wurden ausgelassen. 3 der 33 Fragen kommen aus den 10 Fragen Ihres Bundeslandes. Das ist der am schnellsten zu schließende Punkteabstand im ganzen Test: zehn Fakten, ein Abend. Die Übersicht steht unter Bundesland-Fragen, Details in unserem Beitrag Die 3 Fragen zu Ihrem Bundesland.

Verneinungen wurden überlesen. Fragen wie Frage 8 ("Was steht nicht im Grundgesetz von Deutschland?"), Frage 44 ("Wen kann man als Bürger / Bürgerin in Deutschland nicht direkt wählen?") oder Frage 100 ("Was gehört nicht zur gesetzlichen Sozialversicherung?") drehen die Logik um. Wer den Inhalt beherrscht und trotzdem falsch ankreuzt, verliert Punkte, die eigentlich schon sicher waren.

Ähnliche Begriffe wurden verwechselt. Bundestag und Bundesrat, Bundeskanzler und Bundespräsident, Grundgesetz und Verfassungsgericht. Lernen Sie diese Paare zusammen, nie einzeln.

Es wurde nur gelesen, nicht abgefragt. Fragen wiedererkennen ist etwas anderes, als sie beantworten zu können. Ein Durchgang, bei dem Sie sich selbst prüfen, bringt mehr als drei Durchgänge Lesen.

Ein realistischer Plan für den zweiten Versuch

Wenn Sie beim ersten Mal knapp gescheitert sind, reichen meist zwei Wochen mit 20 Minuten pro Tag:

  1. Einen Block von 30 Fragen durchgehen und die falsch beantworteten notieren.
  2. Am nächsten Tag zuerst nur die Fehler von gestern wiederholen, dann den nächsten Block.
  3. Nach dem zehnten Block die zehn Fragen Ihres Bundeslandes lernen.
  4. In der letzten Woche zwei vollständige Durchgänge unter Zeitdruck, 33 Fragen in 60 Minuten.

Wer weit unter 17 lag, sollte die Blöcke ruhig zweimal durchgehen und den Termin entsprechend später legen. Ein zusätzlicher Monat ist billiger als ein weiterer Fehlversuch, in Geld und in Nerven.

Was wir nicht beantworten können

Diese Seite ist ein kostenloses Übungsprojekt und keine Rechtsberatung. Wir können nicht beurteilen, ob Ihr Einbürgerungsantrag Erfolg hat, welche Fristen für Sie gelten oder wie Ihre Behörde einen zweiten Fehlversuch bewertet. Für alles Verbindliche sind das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Ihre Einbürgerungsbehörde zuständig. Was wir anbieten, ist der Teil, den man üben kann: alle 460 Fragen, so oft Sie wollen, kostenlos und ohne Anmeldung.